«Umwerfender Sinn für Ironie»  mehr...

Luzerner Zeitung

 

«In kreativem Streit haben drei Männer diesen Film gefertigt. Und seine Stärke ist, wie er die Perspektiven wechselt und die Achsen, um die er sich dreht»  mehr...

Tagesanzeiger

 

«Schlicht atemberaubend»  mehr...

Tessiner Zeitung

 

«Zum Totlachen»  mehr...

Berner Kulturagenda

KINODATEN:

 

So, 18. Nov. – Riffraff, Zürich – 11.00 Uhr*

Anschliessend Gespräch mit Gregor Frei (Regie)
und Goffredo Frei (Protagonist & Kameraautor).

Moderation: Gülsha Adilji.

 

Fr, 23. Nov. bis So, 25. Nov. – BE Movie Festival

Schloss Oberhofen*, Kino Meiringen*, Kupferschmiede Langnau*

sowie Cinématte Bern, Ciné-Theater Gstaad & Filmpodium Biel/Bienne

 

Fr, 30. Nov. – Cinématte Bern – 18.15 Uhr*

 

Sa, 1. Dez. – Kino Rex, Bern – 11.00 Uhr*

Anschliessend Podiumsgespräch mit Gregor Frei (Regie),
Michael Deppeler (Hausarzt) und Paul-David Borter (EXIT / Philosophe)

 

So, 2. Dez. – Langenthal, Kino Scala – 10.00 Uhr*

Anschliessend Gespräch mit Gregor Frei (Regie),
Goffredo Frei (Protagonist & Kameraautor) und Stephan Heiniger (Cutter)

In Zusammenarbeit mit Chrämerhuus Filmnächten

 

Sa, 8. Dez. – Cinématte Bern – 21.00 Uhr*

 

Do, 13. Dez. – Kino Murten – 19.30 Uhr*

Anschliessend Gespräch mit Gregor Frei (Regie)
und Goffredo Frei (Protagonist & Kameraautor)

 

Do, 27. Dez. – Cinématte Bern – 20.30 Uhr*

 

* = Spezialveranstaltungen in Anwesenheit des Regisseurs

Synopsis

«70 ist genug!», sagt Armin und nimmt Leben und Tod in die eigene Hand. Mit dieser Ansage bringt er die Freundschaft zu Nachbar Goffredo ins Wanken. Goffredo, der kunstsinnige Praktiker, fordert Armin heraus, dieser kontert messerscharf.

Zwei Welten und zwei Lebensmodelle prallen aufeinander. Ein herzhafter Streit entbrennt, in dem die beiden Exil-Deutschschweizer immer mehr Ähnlichkeiten offenbaren. Eine Geschichte von Abneigung und Liebe, von Verständnis und Sturheit. Und ein Film über das Filmemachen. Auch der Regisseur, Goffredos Sohn, wird zum Protagonisten:
Ob jung oder alt, der Tod betrifft uns alle.

Ein einzigartiges, dokumentarisches Kammerspiel in einem kleinen Tessiner Bergdorf.

 

 

Caro Gregor

Gestern war ich mit der Kamera beim Nachbarn, dem einzigen hier oben daueransässigen Zücchin. So nennen die Einheimischen uns Deutschschweizer.
Seine Mutter hat bei ihm den EXIT-Giftbecher genommen, und nun sprach auch er schon, obwohl gesund, vom «Gehen mit 70».

Die Sache geht mir unter die Haut. Können wir heute oder morgen kabeln?!

Ci vediamo.
Papagoffredo

Goffredo

Geboren 1951.

Es stört ihn nicht, über Jahre hinweg Häuser zu renovieren, wo andere schon beim Zuschauen verzweifeln. Was zählt, ist die Perspektive, der Moment, wo Zeit, Raum und Musse im Einklang sind. Ja - Godi ist ein Optimist.

Seit vier Jahren ist Goffredo in Cumiasca sesshaft. Vorher war er Wochenend- und Ferien-Aufenthalter. Er kehrt hier zu den im Süd-Tessin liegenden Familienwurzeln zurück. In Cumiasca hat er während 10 Jahren an der Renovation eines Hauses gearbeitet. Ein paar Jahre später ist er notgedrungen in ein anderes, renovationsbedürftiges Haus gezogen.

Goffredo filmt Vögel, Alpacas, Mäuse, Katzen, wachsende Pflanzen, den Mond, Blitze - und seinen Nachbarn.

Sein Optimismus und die Fähigkeit, das Gute zu sehen, tragen womöglich zu Goffredos jugendlich frischem Aussehen und seinem ungebrochenen Tatendrang bei. Goffredo vertritt das Lebensmodell einer Generation, die anpacken und verändern wollte, und dabei von den existentiellen Zwängen eingeholt wurde. Jetzt, wo er seine Berufstätigkeit als Werklehrer hinter sich hat, kommt er dazu, sich wieder den eigenen Träumen zu widmen.

Armin

Geboren 1946.

Auf seiner Visitenkarte steht: «Privatier». Hobby-Schnapsbrenner, ehemaliger Seidenhändler und Chorleiter. Seine Spirituosen ziert er mit Jugendstil-Bildern von erotischer Weiblichkeit.

Der mit sechzig aus dem Beruf ausgestiegene Psychologe verbrachte sein Leben grösstenteils in Zürich. Er hat mehrere Sachbücher verfasst und Hunderte von Kaderleuten mittels Assessments eignungspsychologisch beurteilt.

Armin ist zum zweiten Mal verheiratet und kinderlos. Faktisch lebt er als Alleinstehender. Vor achtzehn Jahren kaufte Armin in Cumiasca eine grosszügige Villa mit Umschwung, als Altersdomizil für ihn und seine Ehefrau. Der Plan des gemeinsamen Wohnens scheiterte. Seither leben die beiden in zwei verschiedenen, keine zweihundert Meter voneinander entfernten Häusern. Ihr Paar-Status ist inzwischen rein juristischer Natur.

Armin steht offen zu seiner Zugehörigkeit zu EXIT. Seine Mutter hat vor inzwischen acht Jahren, im Alter von über 90, in Armins Haus einen von EXIT begleiteten Freitod vollzogen. Armin wird seinen Tod auf ähnliche Art und Weise gestalten wollen. Doch für eine Sterbebegleitung durch EXIT fehlen ihm die Argumente: Er hat keine zwingenden gesundheitliche Le iden vorzuweisen. Sein Entscheid, frühzeitig zu sterben, ist ein präventiver.

hintergrund

Goffredo «Godi» Frei lebte seit wenigen Jahren als Wochenendaufenthalter in dem als Altersdomizil gewählten Blenio-Tal, da stand plötzlich ein Leichenwagen mitten im kleinen Dorf: Dieser Anblick liess Godi keine Ruhe. Was war geschehen? Wer war jetzt schon wieder gestorben? In Cumiasca, 870 m.ü.M., ein kleines Dorf unweit südlich vom Gotthard, das seine besten Tage längst hinter sich hat, blieben nicht viele Kandidaten übrig.

Godi lernte den Nachbarn Armin Gloor und die Geschichte hinter dem Leichenwagen kennen. Armin weihte Godi auch in seinen Plan ein: mit 70 zu sterben.

Diese Ansage, in den Augen Godis schon fast eine Drohung, liess ihm erst recht keine Ruhe. Godi kontaktierte Figlio Gregor, Filmemacher. Gemeinsam entstand die Idee einer Dorf-Chronik mit Armin als Hauptfigur. Nur wenige Monate später hatte Gregor den Film ganz übernommen. Goffredo blieb dran. Über Jahre hinweg filmte er seine Umgebung und hielt mit Kamera und Beharrlichkeit fest, was sich noch bewegte: Das Kommen und Gehen der Jahreszeiten, das Wachsen der Pflanzen, Vögel und andere tierische Besucher, die Sonne, der Mond, Blitze, das Tessiner Licht.

Godis Aufnahmen kontrastieren mit der Chronik des kreativen Streits, dem sich Armin, Goffredo und Gregor während mehreren Jahren hingaben. Der Film ist das Resultat davon.

Director’s Statement

Wie reagiert man, wenn der Nachbar den festen Vorsatz hat, mit 70 Jahren zu sterben? Unter welchen Voraussetzungen dürfen wir über unseren Tod selber bestimmen? Wie schafft man es, trotz latenten Konflikten Freunde zu bleiben?

Gemeinsam mit Armin und meinem Vater Goffredo bin ich diesen Fragen während drei Jahren auf den Grund gegangen und habe die Chronik unserer Freund- und Feindschaft filmisch festgehalten. Das Entscheidende ist dabei die Freude am Austausch, die Lichtblicke, die dabei entstehen, Erkenntnisse, Humor und Zuneigung.

Ich suche und finde meinen Vater, indem wir über seinen Nachbarn und den Tod sprechen. Durch Reibung entsteht Wärme - es gibt keinen anderen Weg als gegenseitiges Verständnis.

Gregor Frei

Crew

Musik

Klaus Gesing

 Kapelle Treibsand

 Marco Zappa

 

Stimme

Peter Jecklin

 

Grafik

Kaspar Flückiger

 

Tonmischung

Kobi Stoller

 

Grading

Laurent Kempf

Buch, Regie, Kamera

Gregor Frei

 

Kamera

Goffredo Frei

 Simon Guy Fässler

 Aladin Hasic

 

Schnitt

Stephan Heiniger

Katharina Bhend

 

Dramaturgie

Gregor Frei

 Stephan Heiniger

 

Ton

Marco Viale

Rico Andriolo

 

Eine Produktion der

hiddenframe GmbH

Gregor Frei

 

In Koproduktion mit

VOLTAFILM

Romana Lanfranconi

 

SRF

Urs Augstburger

 

Mit Unterstützung von

Berner Filmförderung

 

SUISSIMAGE

 

Burgergemeinde Bern

Stadt Langenthal

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Produktion und Regie

Gregor Frei
hiddenframe
Sandrain 3
CH-3007 Bern
Tel. +41 33 533 33 55
info@hiddenframe.ch
www.hiddenframe.ch

CO-Produktion

Romana Lanfranconi
Voltafilm
Maihofstrasse 101
CH-6006 Luzern
Tel. +41 41 420 43 60
romana.lanfranconi@voltafilm.ch
www.voltafilm.ch

Verleih

Thomas Horat
Mythenfilm
Rickenbachstrasse 60
Postfach 226
CH-6431 Schwyz
Tel. +41 820 02 72
distribution@mythenfilm.ch

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